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Hier wird gelernt – Vorstellung des ZMF Learning Hubs

Was ist der ZMF Learning Hub?

Mit dem ZMF Learning Hub baut das ZMF ein stetig wachsendes, kostenfreies Dienstleistungs- und Bildungsangebot als zentrale Anlaufstelle für E-Learning, Kommunikation und Lernmaterialien rund um Medienkompetenz im frühpädagogischen Arbeitsfeld und frühkindliche Medienbildung in Bayern auf.

Da Ängste und technische Problemstellungen im Kita-Alltag immer wieder dafür sorgen, dass Neuerungen trotz vieler eigentlicher Vorteile nicht angenommen werden, wird immer auch mitgedacht, wie technische Lösungen möglichst so gestaltet werden, dass sie leicht verständlich und von jeder*m der Zielgruppe einfach umgesetzt werden können.

Für die Ausgestaltung eines zeitgemäßen Lernangebots muss den Nutzenden, Lernenden wie Lehrenden eine moderne und vielfältige Lernlandschaft zur Verfügung stehen. Diese soll sowohl zeit- und ortsunabhängiges, kollaboratives Arbeiten ermöglichen, als auch gängige Methoden zur Dateiverwaltung und Kommunikation bereitstellen.

Im Learning Hub werden sogenannte Services, also Dienstleistungsangebote installiert, die integrativ miteinander interagieren. Es kann z.B. eine Videokonferenz in einer Online-Lerneinheit automatisch gestartet werden, ohne dass weitere Benutzerkonten von Drittanbietern involviert sind. Im Privatleben passiert so etwas z.B. bei Facebook und WhatsApp: gerade noch öffentlich gepostet und in der nächsten Sekunde einen Videoanruf starten. In der Arbeitswelt sind komplizierte Authentifizierungsverfahren mit einem VPN, einen Mitarbeitenden-Login und einen Service-Login für den jeweiligen proprietären Dienst vorherrschend. Sicherheit und Datenschutz spielen im Arbeitsleben eine weitaus tragendere Rolle als im Privatleben. Es kann für alle einfacher und genauso sicher werden.

Diese sogenannte Infrastruktur muss an die digitale Transformation und die damit verbundenen Dynamiken flexibel anpassbar sein. Konkret heißt das, wir implementieren einen digitalen Lebensraum und dieser muss tauglich für die gängige Praxis im Arbeits- und Privatleben und deren Handlungs- und Denkweisen sein. Warum also nicht so arbeiten, wie auch privat gelebt wird?

Heutzutage schreiten digitale Handlungsweisen im Privaten viel schneller voran als im Beruflichen. Chatgruppen, Instantvideo und Sprachnachrichten gehören zum Standard-Medienrepertoire vieler Bürgerinnen und Bürger. Im Berufsleben hingegen sind E-Mails, Fax und Telefon die flächendeckende Kommunikationskultur. Bei einer Umfrage von über 200 Teilnehmenden bei einer Online-Session im Forum „Digital Dialog Bayern-Nordrhein-Westfalen: Qualifizierung von Fachkräften durch E-Learning Angebote“ am 26. November 2020 wurde diese Aussage bekräftigt.

An dieser Stelle kommt der ZMF Learning Hub ins Spiel. Wir entwickeln seit März 2020 ein didaktisches Konzept und eine technische Infrastruktur, die vorwiegend auf die Bedürfnisse der Nutzenden gerichtet sind. Salopp gesagt, wir fangen dort an zu entwickeln und zu hinterfragen, wo oft gesagt wird: „Wir sind fertig“.

Was bisher geschah und wie es weitergehen wird

Vision und Ausrichtung

Der Learning Hub soll die Flexibilität von privaten Handlungsweisen aufgreifen und mit der sicherheitsrelevanten und datenschutzfreundlichen Prämisse aus dem Berufsleben abbilden. Nun die Frage, wie ist dies möglich?

Wir denken nicht in Produktwelten, sondern an Dienstleistungsangebote aus Sicht der Nutzenden.

Als staatliche Einrichtung folgen wir keinen Geschäftsmodellen, sondern einem demokratischen Leitbild, dass die Bürgerinnen und Bürger im Blick behält. Aus diesem Grund baut der Learning Hub auch nicht auf kommerzielle Produkte und Dienstleistungen auf. Wir suchen uns die bestmöglichen Services aus, schließen diese am Learning Hub an und stellen sie kostenfrei unseren Zielgruppen und Netzwerkpartner*innen zur Verfügung.

Die Dienste werden auf einem selbst gehosteten und eigens orchestriertem Kubernetes-Cloud-Cluster zur Verfügung gestellt. Mit dem in Anspruch genommenen Internetdienstleistungsunternehmen – mit dem Server-Standort Deutschland (Nürnberg) – wurden Datenschutzabkommen ausgehandelt und ein AV-Vertrag geschlossen. Alle Services werden auf Gitlab.com dokumentiert.

ZMF Schaubild einer Microservice Infrastruktur für den ZMF Learning Hub
Schematisches Schaubild für die Implementierung einzelner unabhängiger Dienste als sog. Microservices auf dem ZMF Learning Hub.

Die genutzten Dienste sind nicht in Stein gemeißelt, ändert sich etwas an den Bedürfnissen der Nutzenden oder kommen neue Anforderungen hinzu, können Dienste mit verhältnismäßig wenig Aufwand ausgetauscht oder auf eine andere Infrastruktur umgezogen werden. Wir lassen uns nicht mit dem bekannten Vendor Lock-in einschließen und sind damit unabhängig von Großkonzernen. Das ZMF ist kein Rechenzentrum, wir mieten unsere Server – die übrigens in Nürnberg stehen – und verwalten sie virtuell.

Damit wir nicht im Datenschutzdilemma stecken, in dem sich die Welt seit dem Fall des EU-US Privacy Shield befindet, packen wir es selbst an. Weg von der Business-Logik hin zu einer freien, offenen, digitalen Gemeinschaftskultur. Wir bedienen uns der Open-Source-Welt, die alles offen legt, was sie tut und welche Mechanismen im Hintergrund ablaufen. Schleswig-Holsteins Regierung sind im öffentlichen Dienst die Pioniere auf dem Gebiet unabhängiges Arbeiten und die Umstellung eines gesamten Bundeslandes. Die Stadt München geht in Runde zwei und startet nach dem Scheitern der Umstellung auf Open Source im Jahr 2014 einen weiteren Versuch. Wir wollen uns diesen Leitbildern anschließen, auf den Erfahrungen aufbauen und im Anschluss auf Worte Taten folgen lassen. Damit das gelingt, dürfen wir nicht nur Software installieren, sondern müssen vielmehr die Personen verstehen, die jeden Tag damit arbeiten und diese im Umgang damit qualifizieren. Das Know-How haben wir aus dem Pilotprojekt zum Blended-Learning-Einführungskurs “Medienbildung in der pädagogischen Arbeit mit Kindern” erhalten und in unserem Abschlussbericht veröffentlicht. Aus dem Pilotprojekt ist mittlerweile der Basiskurs mit dem Titel „Medienbildung von Anfang an“ geworden, der aus Entwicklungssicht des Learning Hubs die „Schnittstelle zur Realität“ darstellt, also den steten Abgleich mit den Bedarfen der Zielgruppen ermöglicht. Konzepte, Methoden, Dienste und Hypothesen werden dort langfristig evaluiert, damit wir unsere Prämisse nicht aus den Augen verlieren, etwas anzubieten, das unsere Zielgruppen in ihrem Arbeitsumfeld wirklich brauchen.

Für die grundsätzliche Realisierung des ZMF Learning Hubs nehmen wir uns ein Stück digitales Kulturgut und geben anschließend etwas dafür zurück. Ganz nach unserem Motto: Sharing is caring bieten wir der Open-Source-Welt unser Wissen an. Ein fester Bestandteil des ZMF-Angebots besteht darin, unsere Lerninhalte und Materialien kostenfrei zu teilen. Darüber hinaus wird ein weiterer Pfeiler die Community-Arbeit sein. Wir wollen die Akteure untereinander vernetzen und in den direkten Austausch mit der jeweiligen Zielgruppe und der Öffentlichkeit bringen. Sie sollen gemeinsam an Projekten arbeiten können, sich vernetzen, Wissen austauschen, qualitativ hochwertige Fortbildungen anbieten und angeboten bekommen und vor allem eins: persönliche Erfahrungen und die eigene Expertise und Kreativität mit allen auf dem Learning Hub teilen und so zu einer bunten Lern- und Arbeitslandschaft beitragen.

Eine Momentaufnahme

Es gibt bereits einige Erfolge zu verzeichnen und diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Folgende Dienste können auf dem ZMF Learning Hub bereits genutzt werden:

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