Creative Commons – die Kultur des Teilens

Eine Grußkarte mit einem Bild aus dem Netz gestalten, einen eigenen Film mit einem fremden Song vertonen oder einen Podcast auf der Website veröffentlichen. Das Internet bietet eine nahezu unendliche Fundgrube an fremden Bildern, Texten und Musikstücken. Etwas zu veröffentlichen, geht schnell, doch wer fremde Inhalte nutzen möchte, sollte einiges beachten.

Das Urheberrecht schützt kreative Werke

Kreative Werke sind urheberrechtlich geschützt. Dazu gehören:

  • Gezeichnete Bilder
  • Fotografie / Film
  • Musik (auch nur kurze Jingle)
  • Buch
  • Gedicht
  • Tanz

Das heißt, niemand darf zum Beispiel einfach so ein Foto kopieren, verändern oder weiterveröffentlichen, ohne die Fotografin oder den Fotografen zu fragen. Er ist der Urheber und darf entscheiden, was mit seinem Werk passiert. Ziel ist es dabei, dass der Urheber, der Schöpfer des Werks, eine angemessene Vergütung erlangt und über die Verwertung, z.B. Verbreitung, Vervielfältigung etc. bestimmen kann.

Creative Commons

Der Urheber kann selbst entscheiden, ob er seine Werke unter bestimmten Voraussetzungen anderen zur Verfügung stellt, ohne dass sie ausdrücklich um Erlaubnis fragen müssen, indem er sie mit einer so genannten Creative Commons-Lizenz lizensiert.

Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht: Sind Werke unter diesen Lizenzen veröffentlicht, bedeutet das, dass man sie auch auf anderen Webseiten oder sogar in gedruckten Flyern oder ähnlichem verwenden darf. Allerdings können die Rechteinhaber Bedingungen festlegen, zum Beispiel, dass sie nicht verändert oder für kommerzielle Zwecke genutzt werden dürfen. Diese Bedingungen können wie ein Bauskastensystem kombiniert werden.

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Creative Commons – Was ist und bedeutet das? ↗ Martin Mißfeldt, CC BY-SA ↗

Creative Commons im Überblick

Die Informationsplattform iRights.info ↗ gibt eine kurze Einführung in die verschiedenen Creative Commons-Lizenzen: Es gibt nicht eine einzige Creative-Commons-Lizenz, sondern verschiedene, die sich Nutzerinnen und Nutzer aus einem Lizenzbaukasten selbst zusammenstellen können. Zur Auswahl stehen folgende Lizenzen:

  • Namensnennung: Der Name des Urhebers muss genannt werden. Diese Bedingung ist seit der Version 2.0 der CC-Lizenzen nicht mehr wählbar, sondern wird automatisch ausgewählt.
  • Namensnennung-KeineBearbeitung: Der Name des Urhebers muss genannt werden, das Werk darf nicht verändert werden.
  • Namensnennung-NichtKommerziell: Der Name des Urhebers muss genannt werden, das Werk darf nicht zu gewerblichen Zwecken verwendet werden.

Tipp: Der Zusatz NichKommerziell erweist sich in der Praxis oftmals als etwas schwierig. Es ist nämlich oft schwer erkennbar ob und inwiefern es sich um einen kommerziellen Hintergrund handelt. Es geht nicht nur darum, ob direkt Geld mit dem Werk verdient wird. Wenn eure Einrichtung zum Beispiel bei einem privaten Träger angesiedelt ist, handelt es sich schon um gewerbliche Zwecke.

  • Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung: Der Name des Urhebers muss genannt werden, das Werk darf nicht zu gewerblichen Zwecken verwendet werden, das Werk darf nicht verändert werden.
  • Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Der Name des Urhebers muss genannt werden, das Werk darf nicht zu gewerblichen Zwecken verwendet werden; wird eine neu entstandene Version weitergegeben, müssen die gleichen Bedingungen gelten – es muss also wieder erlaubt sein, sie zu verändern.
  • Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen: Der Name des Urhebers muss genannt werden; wird eine neu entstandene Version weitergegeben, müssen die gleichen Bedingungen gelten – es muss also wieder erlaubt sein, sie zu verändern und kommerziell zu nutzen.

Ein weiteres von Creative Commons entwickeltes Werkzeug ist die CC-Zero-Widmung (kurz CC0). Inhalte, die damit ausgezeichnet sind, lassen sich beliebig ohne weitere Auflagen verwenden. Eingesetzt wird das Werkzeug unter anderem von Museen, die damit klarmachen wollen, dass sie keine Rechte beanspruchen, wenn sie zum Beispiel Fotos von an sich urheberrechtsfreien Kunstwerken veröffentlichen. Hiermit soll auch verhindert werden, dass sich Dritte als Rechteinhaber von Werken ausgeben können, deren Urheberrechte abgelaufen sind.

Public Domain Dedication: Das Werk darf ohne weitere Bedingungen zu beliebigen Zwecken kopiert, verändert, verbreitet oder anderweitig genutzt werden. Der Rechteinhaber erklärt, dass er auf etwaige Rechte vollständig verzichtet oder eine bedingungslose Lizenz vergibt, falls kein solcher Verzicht im Gesetz vorgesehen ist.


Fremde Inhalte auf eigenen Seiten ↗ iRIGHTS.info, CC BY ↗ angepasst durch ZMF

Tipp: In der Praxis haben sich die Lizenzen Namensnennung und Public Domain Dedication bewährt. So stellt ihr sicher, dass ihr die Werke auch bearbeiten und kommerziell verwenden dürft. Ihr könnt in der erweiterten Suche vieler Suchmaschinen nach bestimmten Lizenzen filtern.

Fazit

Wenn wir ein paar Grundsätze beachten, können wir auf eine Vielzahl an Materialien aus dem Internet zurückgreifen und für unsere pädagogische Arbeit verwenden. Mit Creative Commons Lizenzen helfen wir außerdem anderen, ihre Werke zu schützen und tragen gleichzeitig dazu bei, freie Materialien für die Gesellschaft zugänglicher zu machen.

Zum Weiterlesen

Lizenzhinweis

Du darfst diese Anleitung jederzeit kopieren, für deine Zwecke abändern und z.B. auf deine Internetseite stellen, vollständig aber auch teilweise in eine Präsentation übernehmen wie auch ausdrucken und verteilen. Du musst aber nennen woher du das Material hast. Wir haben dir einen Lizenzhinweis erstellt, übernehme diesen bitte auf deinem Medienprodukt in schriftlicher Form.